Auf Ostern zu


             

Karfreitag und Ostern feiern wir in diesem Jahr alternativ, da die Präsenzgottesdienste an beiden Festtagen leider entfallen. Wir drucken die Ansprachen zu Ostern und Karfreitag hier ab.

Beachten Sie auch: Mitsingprojekt unter "Musik und Kunst"

Am Ostermorgen (Pfarrerin Sonja Wittmann)

herrschte kein Schweigen.

Die Frauen, die sich am Morgen auf den Weg zum Grab Jesu machten, um den Leichnam Jesu die letzte Ehre zu erweisen, und um ihn mit Salben und wohlriechenden Ölen einzureiben, besprachen miteinander die Lage: "Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?" (Mk. 16,3). Sie wurden zu Zeuginnen, wie Gott schier unlösbare Probleme löst und sich dabei zum Beispiel Erschütterungen des Erdkörpers bedient: "Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee."(Mt. 28, 2-3).

Der Engel eröffnet sogleich das Gespräch, wie das Engel meistens zu tun pflegen: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. (Mt. 28,5-7).

Die Reaktion der Frauen war eindeutig. Befreit von der eben noch bedrückenden Sorge, befreit von der Angst vor Menschen, die sie vielleicht daran hindern wollten, das zu tun, was ihnen an diesem Morgen das Wichtigste war, wollten sie sofort weitersagen, was sie da gehört und gesehen hatten: "Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen." (Mt. 28,8)

Sie hatten allerdings noch eine Begegnung, die eher dazu angetan war, sie sprachlos zu machen: "Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen." (Mt. 28, 9-10).

Ich würde doch zu gern wissen, was sie unterwegs schon miteinander geredet haben in ihrer Mischung aus Furcht und Freude, wie sie nach Worten gesucht, wie sie damit gerungen haben, das auszudrücken, was sie erlebt haben, wie sie sich gegenseitig ins Wort gefallen sind, sich bestärkt oder auch an jedes Wort erinnert haben, damit keines davon vergessen werde.

Auch Maria von Magdala, die eine besondere, ja innige Beziehung zu Jesus hatte, war nicht darauf vorbereitet, was sie an diesem einmaligen Morgen erleben sollte. Auch sie kam ahnungslos, ratlos, vielleicht sogar sprachlos ob der Geschehnisse der vergangenen Tage am Morgen zu dem Grab: "Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben." (Joh. 20,1-2). Doch die beiden erwiesen sich nicht als große Hilfe, sondern sie blickten nur verlegen in das leere Grab, verließen es so ratlos und verwundert, wie sie gekommen waren: "Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste. Da gingen die Jünger wieder zu den anderen zurück. (Joh. 20, 9-10).

Jetzt wird es Maria von Magdala zu viel und sie lässt (endlich?) ihren Tränen freien Lauf: "Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben." (Joh. 20, 11-13). Diesmal dringen die Engel nicht durch den Schleier der Trauer, der Angst, der Verzweiflung. Ist ja auch eine auf den ersten Ton eher dumme Frage: "Was weinst du?" Ja, warum weint Maria wohl? Hat sie nicht alles verloren, worauf sie ihr Leben, ihre Liebe gebaut hatte in den letzten Jahren? Und dann diese Frage? Was war davon noch übrig?

Nicht wenige Menschen kennen solche Erfahrungen. Da ist die Situation offensichtlich und dann wird einem eine solche Frage gestellt. Doch ist die Frage sehr wichtig. Wenn ich in ein Trauerhaus komme, um den ersten Kondolenzbesuch zu machen, ist die erste Frage sehr wichtig: Was ist passiert? Sie dient dazu, das gerade Erlebte in eigene Worte zu fassen und sich von der bannenden und fesselnden Situation abzuwenden.

Das war auch bei Maria der Fall: Sie wendet sich stumm ab vom Grab, geht hinaus in den Garten, den sie aber, noch immer blind vor Tränen, nicht sieht, trifft den "Gärtner", den sie nicht erkennt und der ihr dieselbe Frage stellt: "Was weinst du?" Und weiter: "Wen suchst du?"  

Vielleicht müssen wir in schweren Situationen mehrmals gefragt werden, um den dichten Schleier zu durchdringen. Ich denke, dass im zweiten Jahr der Pandemie gar nicht genug gefragt und zugehört werden kann, auch geantwortet und Sprache (wieder-) gefunden muss, nach allem, was dieses Jahr uns abverlangt hat.  

Wenigstens schafft Jesus es, ihr ihre Sprache wieder zu geben und es bricht aus ihr heraus: "Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen." (Joh. 20,15). Möglicherweise war jetzt Jesus erst einmal sprachlos, gerührt von so viel Liebe und Treue, das sogar er, der gerade durch die Hölle gegangen war, nur ein Wort herausbringt, in das er aber all seine Liebe legt, an der sie ihn schließlich erkennt: Er spricht sie mit ihrem Namen an: "Maria!". Sie erkennt ihn und spricht auch nur ein Wort: Rabbuni!, das heißt: Meister!.

Nun ist das Gespräch eröffnet und Maria bekommt den Auftrag und die Berufung ihres neuen Lebens: "Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe." (Johannes 20, 17-18).

Stellen Sie sich vor, Maria und die anderen Frauen hätten geschwiegen, wie das Jahre später einmal jemand von den Frauen in den Gemeinden verlangt haben soll.

Deshalb wünsche ich Ihnen und Ihren Familien und Freunden und Freundinnen ein gesegnetes Osterfest, voller guter Gespräche am Telefon oder beim Skypen, beim Spaziergang zu zweit oder dritt, beim Briefe- und Kartenschreiben, nicht zu Ostern, sondern diesmal an Ostern und vieler guter Ideen für Begegnungen und Gespräche unter den Bedingungen, die uns helfen werden, dass wir uns bald wieder in größerer Runde treffen können und dann das zu feiern, was Grund all unserer Freude und Rede bei Frauen und Männern und Kindern ist: 

Der Herr ist auferstanden. - Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja.

 

Karfreitag – ich darf vertrauen, das ist gut (Michael Lenk)

Totenstille liegt über dem Land. Damals starb Jesus. Heute schlägt die Pandemie zu. Es ist Karfreitag und nichts scheint mehr zu gehen. Kontakte werden unterbunden. In uns macht sich Misstrauen breit. Zu viele Versprechungen und Appelle liefen ins Leere. Die Flucht nach Mallorca ist uns auch nicht gelungen. Wie soll das weitergehen?

Der Karfreitag heißt im Englischen Good Friday. Ich will mich auf die Suche machen nach dem Guten, nach dem was weiterhilft, worauf ich vertrauen kann.

Wie war das damals?

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!  Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach spricht Jesus: Mich dürstet.  Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

2 min vor dem Desaster, 2 min vor dem Tod initiiert Jesus als Sterbender das Gute. Er ermöglicht Vertrauen. Die Art und Weise verwundert: Dieser verfluchte Kreuzestod stiftet für die Umstehenden vier Personen zunächst keinen Trost, keine Erlösung, auch kein Vertrauen. In 2 Minuten ist nämlich mit Jesus alles vorbei. Aber genau am Tiefpunkt spricht Jesus die Vier an und spricht vom Vertrauen.

In aussichtslosen Situationen wie dieser hätte auch ein gesundes Misstrauen seinen Platz: Hütet euch vor den Römern, hütet euch vor der Jerusalemer Religionsbehörde, hütet Euch vor denen, die Euch Versprechungen machen und sie nicht einhalten. Hütet Euch heute vor der App und vor den Tests. Hütet Euch vor zweifelhaften Maßnahmen…Hütet Euch!

Wie wird das heute bei uns?

Mit unserer Karfreitagszene werden wir herausgefordert darüber nachzudenken, wie viel gesundes Misstrauen angebracht ist im Leben und wann nur noch Vertrauen angesagt ist. Wenn Menschen immer wieder Versprechungen hören, die nicht eingehalten werden, ist gesundes Misstrauen angebracht. Wenn sich daran nichts ändert, ändert sich unser Misstrauen nicht und wird destruktiv. Ständig wiederholtes Misstrauen verhindert das Aufkeimen von Vertrauen. Dafür tragen wir dann selber die Verantwortung. Ein noch so gesundes, ständig wiederholtes Misstrauen öffnet uns nicht die Zukunft. Das leistet nur das Vertrauen.

Zu viele Menschen gegenwärtig sind in ihrem Misstrauen gefangen. Sie machen ihr fehlendes Vertrauen in die Zukunft abhängig von anderen Menschen und Entscheidungsträgern. Nochmal: Es gibt ein gesundes Misstrauen, aber es darf nicht in ein destruktives Misstrauen kippen, das nur noch sich selber kennt und jedes Vertrauen im Keim erstickt.

Am Karfreitag weckt der Gott am Kreuz das Vertrauen. 2 min vor seinem Aus entscheidet er sich den vier Personen zugut für Vertrauen. Selbst in dieser beklemmenden, wenig vertrauenswürdigen Situation handelt er noch frei.

Wenn ich auf Gott vertraue, traue ich ihm Gutes zu, ich habe so meine Erfahrungen. Ich freue mich auf Überraschendes und Unentdecktes. Mein Herz ist dann nicht gekettet an mein Misstrauen, sondern auf das Vertrauen, das Gott stiften will. Ich glaube, das ist gut.

Liebe Konfirmanden,

Gottesdienstbesuche sind z.Z. jeden Sonntag möglich. Ausnahme: Karfreitag und Ostern. Fotos einiger gestalteter Bibeln und übermalte Bilder  liegen aus. Die Christuskirche kann jeden Tag von 9-17 Uhr besucht werden.

Am 1. und 2. Mai 2021 werden 45 Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Christuskirche Vilsbiburg konfirmiert. Sie werden gesegnet mit ihrem persönlichen Konfirmationsspruch. Mit der Gemeinde bekennen Sie sich damit zu Ihrer Taufe.

Z.Z. werden die Konfirmationssprüche ausgewählt.

 

Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen finden unter den vorgegebenen Bedingungen statt: AHA, Maskenpflicht, Gemeinde singt nicht.

Für den Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Vilsbiburg steht der Gesundheitsschutz eines jeden Besuchers an erster Stelle. Das Hygienekonzept setzt der Kirchenvorstand bei jedem Gottesdienst sorgfältig um, bisher sehr erfolgreich. Es gibt für den KV z.Z. keinen Grund, staatliche Anordnungen zur Zeit zu unterlaufen.